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Bekenntnis aus der Gemeinde zu Toleranz

.... weil es zeitlose Notwendigkeiten für menschliches Zusammenleben gibt

 

Das Edikt von Potsdam von 1685 ermöglichte es französischen Protestanten im Kurfürstentum Brandenburg und in der Stadt Potsdam eine neue Heimat zu finden, in der sie vor der religiösen Verfolgung geschützt waren. In Potsdam und anderen Orten gründeten sie reformierte Gemeinden. Die Französisch-Reformierte Gemeinde in Potsdam besteht seit 1723.

 

Heute umfasst die Französisch-Reformierte Gemeinde zahlreiche neue Mitglieder, die keine hugenottischen Wurzeln haben. Dennoch sind in unserer Gemeinde nach wie vor Familien und Einzelpersonen präsent, die Nachfahren dieser französischen Glaubensflüchtlinge sind. Dieser Ursprung unserer Gemeinde als Flüchtlingsgemeinde, deren Mitglieder in ihrem Heimatland permanenter Verfolgung ausgesetzt waren, ist auch für die heutige Gemeinde in Potsdam Verpflichtung, sich für eine offene und tolerante Gesellschaft einzusetzen. Die Erinnerung an die hugenottische Geschichte und auch unsere eigenen Erfahrungen im 20. Jahrhundert öffnen den Blick für Menschen, die heutzutage der Verfolgung ausgesetzt und auf der Flucht sind. Ebenso versuchen wir aus dieser Erfahrung heraus ein tieferes Verständnis für Menschen zu entwickeln, die in der Fremde mit vielen Schwierigkeiten eine neue Heimat erst finden müssen.

 

Während der Zeit der Verfolgung und Not war der hugenottischen Gemeinde die Bibel stets Richtschnur für ihr Handeln. Die Bibel enthält zahlreiche Erfahrungen von Menschen, die auf Gastfreundschaft, rettende Hände und offene Arme angewiesen waren. Die Berichte vom Auszug Israels aus Ägypten, dem babylonischen Exil und Jesu Wanderschaft und Wirken in Galiläa zeugen in besonderer Weise von der Notwendigkeit der Toleranz, der Rücksichtnahme und vom Respekt vor den Mitmenschen.

 

Die Bibel dient auch unserer heutigen Französisch-Reformierten Gemeinde als Richtschnur. Der Gedanke der Toleranz und die Dankbarkeit für die trotz mancher Schwierigkeiten offene Aufnahme in der Fremde finden sich in unserem Gemeindeleben schwerpunktmäßig in den folgenden Aktivitäten wieder:

 

   Gelebte Ökumene, das heißt der Austausch mit christlichen und anderen Glaubensgemeinschaften. Insbesondere sind hier zu nennen: der Weltgebetstag der Frauen, die Friedensdekade, Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Potsdam mit zahlreichen Bibelwochen, Ökumenisches Bibellesen.

   Offene Kirche: Ehrenamtliche Tempelwächter wenden einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit auf, um die Französische Kirche für Gäste und Einheimische offen zu halten und so einen Ort der Stille, der Zuflucht und der Andacht zu bieten.

   Die Beherbergung des Eine-Welt-Ladens. Seit 1989 engagieren sich hier Menschen, um für eine gerechtere Welt zu wirken. Das Prinzip der Solidarität verstehen wir hier als Weiterführung des Gedankens der Toleranz. Der Eine-Welt-Laden ist zudem Anlaufpunkt und Begegnungsort für viele Engagierte und Initiativen in Potsdam.

  Kirchenasyl: Unsere Gemeinde nimmt in Erinnerung an die eigene Geschichte den Schutz vor Verfolgung ernst und fühlt sich verpflichtet, sich gegebenenfalls auch tatkräftig dafür einzusetzen, dass Menschen nicht in ein lebensbedrohliches Umfeld abgeschoben werden.

 

Unsere Gemeinde ist sich bewusst, dass unser Handeln im Sinne von Mitmenschlichkeit, Weltoffenheit, gegenseitiger Achtung, aber auch demokratischer Streitkultur nur unvollkommen ist. Im Geist der reformierten Tradition streben wir jedoch danach, unseren Glauben und unser Handeln mit der Bibel als Richtschnur kontinuierlich zu hinterfragen und zu erneuern. Daher wollen wir uns auch in Zukunft mit Fragen einer gelebten und nicht nur proklamierten Toleranz auseinandersetzen, bei der die Menschenwürde und die Nächstenliebe im Mittelpunkt stehen.

 

 

 

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Eberhard Busch

 

  Die Zukunft evangelischer Konfessionen 

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Das Wort Gottes und die Grenzen des Erträglichen 

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Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit 

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Konfliktlotse Calvin 

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  Huldrych Zwingli und die Perspektiven für die Kirche im 21. Jahrhundert

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... denn es muss sich noch viel ändern im Land

 

!H - Der Hugo unsere Gemeindewährung

.... weil Geld Menschenwerk ist, können wir seine Funktion bessern

 

 

 

   

 

       

 

       

 

 

   

 

Stand: 08. Februar 2017

 

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